Saubere Luft ist ein unverzichtbares Gut. Denn wir atmen tagtäglich – je nach körperlicher Aktivität – etwa 20 bis 50 Kubikmeter ein. Saubere Luft zu atmen, gehört damit zu den elementaren Grundbedürfnissen des Menschen. Gleichzeitig verursachen menschliche Aktivitäten vielfältige Luftverunreinigungen. In der Industrie, bei der Energieerzeugung, im Straßenverkehr, in der Landwirtschaft oder beim Betrieb von Gebäudeheizungen werden Schadstoffe in die Atmosphäre emittiert.

Ziel der Luftreinhaltung ist die nachhaltige Sicherstellung guter Luftqualität, also eine möglichst schadstofffreie Luft. Bei den Maßnahmen zur Luftreinhaltung gehen gesetzliche Vorgaben (zum Beispiel die Festlegung von Interventions- und Grenzwerten für Luftschadstoffkonzentrationen) und technische Maßnahmen (beispielsweise der Einbau von Filtertechnik bei Produktionsanlagen) Hand in Hand. Luftreinhalteaktivitäten sollen der Luftverschmutzung entgegenwirken oder sie erst gar nicht entstehen lassen.

Hans Peter Dehn | pixelio.de

Warum ist das Thema für den VDI wichtig?

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit und unserer gesamten Umwelt ist ein starkes Engagement zur Reinhaltung der Luft unerlässlich. Die moderne Luftreinhaltung ermöglicht es, Emissionen zu mindern, Schadstoffe exakt zu messen, die Schadstoffausbreitung genau zu modellieren oder Wirkungszusammenhänge abzuleiten. Sie ist damit für die Umsetzung der Vorgaben und Ziele der nationalen wie europäischen Umweltgesetzgebung unentbehrlich.

Die entsprechenden technischen Sachverhalte werden in Richtlinien der VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss beschrieben. So unterstützt der VDI den nationalen und europäischen Gesetzgeber. Mit der Standardisierung von Produktionsverfahren und Umwelttechniken, die Abgase und Abfälle möglichst vermeiden, leistet der VDI einen wichtigen Beitrag zu einer leistungsfähigen deutschen „Green Economy“.

Wie engagiert sich der VDI?

Die KRdL ist seit 60 Jahren das Netzwerk zum Thema Luftreinhaltung in Deutschland. Sie erarbeitet VDI- Richtlinien und DIN-Normen zu allen Fragestellungen im Bereich der Luftreinhaltung. So konkretisieren die technischen Regeln der KRdL die Anforderungen der Umweltgesetzgebung im nationalen wie im europäischen Rahmen. Mit ihrer Standardisierungsarbeit lebt die KRdL eine sehr effektive Part nerschaft mit dem Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), dem Umweltbundesamt (UBA) und der Europäischen Kommission.

Das Themenspektrum reicht von der Messtechnik zum Beispiel für Feinstaub oder Stickstoffoxide über die Gewinnung und Bereitstellung von Anlagendaten für den sogenannten BREF-Prozess (Best Available Techniques Reference Document) sowie über meteorologische Messungen und Ausbreitungs-Modellierung bis hin zur Geruchsprüfung von Innenraumluft und der umweltmedizinischen Bewertung von Bioaerosolen. Seit über 25 Jahren führt die KRdL das Sekretariat des internationalen Normungskomitees ISO / TC 146 „Luftbeschaffenheit“ und das Sekretariat des europäischen Komitees CEN / TC 264 „Luftbeschaffenheit“. Die Zuständigkeit für die nationale, die europäische und die internationale Regelsetzung im Bereich der Luftreinhaltung liegt damit bei der KRdL in einer Hand. Über diesen Weg gelingt es dem VDI, den hohen nationalen Stand der Technik in der Luftreinhaltung erfolgreich in die europäische und die internationale Standardisierung einzubringen.

Im Rahmen des VDI-Expertenforums „Feinstaub“ im Oktober 2016 im BMUB stellte die KRdL den VDI-Statusreport „Ruß in luftgetragenem Feinstaub“ vor. Ihre Kernforderung: Minderung des Ausstoßes von Rußemissionen und eine flächendeckende Rußmessung. Die KRdL arbeitet zurzeit an einer Roadmap „Luftreinhaltung 2030“. Die Roadmap soll die zukünftigen Herausforderungen und Entwicklungen in der Luftreinhaltung skizzieren. Die Veröffentlichung ist im Rahmen eines VDI-Expertenforums im Herbst 2017 geplant, bei dem auch die neue Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) vorgestellt werden soll.

www.vdi.de/luftreinhaltung

Petra Bork | pixelio.de

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