Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe geben durchschnittlich 43 Prozent ihrer Gesamtkosten für das Material aus. Wenn sie weniger Materialien verbrauchen würden, könnten sie nicht nur Geld sparen, sondern auch einen wertvollen Beitrag für die Umwelt leisten. Auch der effiziente Einsatz natürlicher Ressourcen, wie beispielsweise Bodenschätze, Wasser und Nutzflächen, ist in Zeiten knapper Rohstoffe von immenser Bedeutung.

Ressourceneffizienz bedeutet, Strategien zu entwickeln, damit weniger Rohstoffe eingesetzt, Prozesse ressourcenschonender gestaltet und nachhaltige Verfahren unterstützt werden.

EGGER Gruppe

Warum ist das Thema für den VDI wichtig?

Unnötig genutzte Ressourcen verstoßen gegen grundlegende ökonomische und ökologische Interessen. In Unternehmen sind die Materialbeschaffung sowie eine vorausschauende Planung, Gestaltung und Umsetzung der Produktionsprozesse entscheidende Einflussgrößen. Auch der Aufbereitung von Produktionsrückständen oder Produkten nach deren Nutzung kommt eine besondere Bedeutung zu, wenn Stoffkreisläufe geschlossen werden sollen. All dies liegt überwiegend im Aufgabenbereich von Ingenieurinnen und Ingenieuren und in ihrer Verantwortung für Management-, Technik- und Technologielösungen. Daher ist Ressourceneffizienz für den VDI ein ganz originäres Thema.

E.ON

Wie engagiert sich der VDI?

Die VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (GEU) deckt innerhalb des Fachbereichs „Ressourcenmanagement“ die gesamte fachliche Breite dieses Querschnittsthemas ab. In ihren Gremien erarbeiten Experten ehrenamtlich Maßnahmen und Anleitungen – überwiegend in Form von VDI-Richtlinien oder Studien – zur Steigerung der Ressourceneffizienz. Dabei setzen sie in sämtlichen Abschnitten des Produktzyklus an: angefangen bei der Entwicklung über die Werkstoff- und Produktherstellung bis hin zur Wiederverwendung, Entsorgung und schließlich der Beseitigung.

Auch in den Regionen leistet der VDI einen Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Der VDI Münsterländer Bezirksverein lud beispielsweise im März 2016 zum „Effizienz Forum Wirtschaft“ nach Ahlen ein. Dort erhielten Entscheider von produzierenden Unternehmen und Dienstleistern Anregungen, um Einsparpotenziale zu erkennen und zu nutzen. So schafft der VDI wichtige Grundlagen zur Erreichung der von der Bundesregierung formulierten Ziele – zum Beispiel die Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Ressourcenverbrauch und von der Umweltbelastung.

VDI Zentrum Ressourceneffizienz

Der effiziente Einsatz natürlicher Ressourcen in kleinen und mittleren Unternehmen bleibt das zentrale Thema der VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH (VDI ZRE). 2016 wurde das Informationsportfolio wie etwa die Ressourcenchecks, Prozessketten oder das WebVideomagazin weiter ausgebaut. Insgesamt finden die Nutzer jetzt 20 Ressourcenchecks, 13 Prozessketten und rund 35 Filme auf der Website des VDI ZRE. Neu hinzugekommen ist eine Instrumentenliste der Richtlinie VDI 4801. Unternehmen, die den Ressourcenaufwand in ihrem Betrieb analysieren wollen, erhalten durch sie den nötigen Überblick über das große Informationsangebot zum Thema Ressourceneffizienz. Auch die VDI ZRE-Schriftenreihe wurde um drei Kurzanalysen ergänzt: Behandelt werden Themen wie die Ressourceneffizienz biobasierter Materialien im verarbeitenden Gewerbe oder die Effizienzpotenziale von Fügeverfahren. Eine weitere Analyse beleuchtet die Ressourceneffizienz potenziale im Leichtbau mit dem Schwerpunkt auf der Automobil- und Luft - fahrtbranche.

„Von anderen lernen“ ist eine Devise des VDI ZRE: Mit zwölf Regionalveranstaltungen der Reihe „Ressourceneffizienz vor Ort“ des Netzwerks Ressourceneffizienz half das Kompetenzzentrum dabei, Unternehmen untereinander und mit regionalen Informations- und Fördereinrichtungen zu vernetzen. Für Betriebe, die bereits eine Vorreiterrolle in Sachen Ressourceneffizienz einnehmen, gründete das VDI ZRE im April den ersten bundesweiten und branchenübergreifenden Industrie- Club Ressourceneffizienz. Er bietet eine Plattform für den Austausch mit anderen Unternehmern und Entscheidern sowie Experten aus Wirtschaft, Politik und Beratung. Darüber hinaus hat das VDI ZRE sein Weiterbildungsangebot, mit dem sich Teilnehmende für die Planung und Umsetzung von Ressourceneffizienzmaßnahmen qualifizieren können, um neue Seminare erweitert. Die Kurse richten sich sowohl an Mitarbeiter in Betrieben als auch an Berater, die den direkten Draht in die Unternehmen haben.

Anfang des Jahres startete auch die Servicestelle Ressourceneffizienz des VDI ZRE, die das bereits bestehende Angebot der „Servicestelle Energieeffizienz“ der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz ergänzt. Die kostenfreie Telefonhotline informiert Interessierte über das Thema Ressourceneffizienz sowie Fördermöglichkeiten. 

Diese Aktivitäten des VDI ZRE werden im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit erstellt und aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative finanziert. Für einen Auftrag der Europäischen Kommission geht das VDI ZRE über Deutschlands Grenzen hinaus. Der Aufbau eines Europäischen Exzellenzzentrums für Ressourceneffizienz – das ist das Vorhaben eines europaweiten Konsortiums, dem auch das VDI ZRE angehört. Ziel ist es, eine enge Zusammenarbeit zwischen Ressourceneffizienz-Agen turen und KMU-Beratungseinrichtungen in Europa zu fördern.

www.ressource-deutschland.de 

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