Schätzungen zufolge wächst die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf etwa zehn Milliarden Menschen. Um den Lebensmittelbedarf zu decken, benötigen wir höhere landwirtschaftliche Erträge. Gleichzeitig reduziert sich die Fläche des verfügbaren Ackerlands zum Beispiel infolge von Bebauung. Daher ist eine moderne und produktive Landwirtschaft notwendig. Eine moderne Agrarproduktion, die die ihr zur Verfügung stehenden Flächen intelligent und ressourcenschonend nutzt. Mit zunehmender Digitalisierung und vernetzten Landmaschinen entstehen effiziente und umweltfreundliche Verfahren. Somit können Pflanzen, Tieren und Böden nachhaltig genutzt werden. Eine Voraussetzung dafür ist der Einsatz von Technik.

Warum ist das Thema für den VDI wichtig?

Derzeit nimmt Deutschland mit seiner Landmaschinenindustrie eine führende Stellung in Europa ein. Doch die Digitale Transformation entwickelt sich in dieser Branche in rasanten Schritten. Digital Farming, Smart Farming und Farming 4.0 sind Schlagworte, die für einen Umbruch der technischen Möglichkeiten in der Landwirtschaft stehen. Damit Deutschland seine führende Position beibehält, sind neue Entwicklungen unentbehrlich. Hierbei müssen Innovationen und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen, damit Verbraucher und Umwelt gleichermaßen profitieren. Der Fachbereich Max-Eyth- Gesellschaft Agrartechnik (MEG) in der VDI-Gesellschaft Technology of Life Science (TLS) fördert die Zusammenarbeit von Ingenieurwesen, Wissenschaft und praktischer Landwirtschaft. Er ist mit den wichtigsten nationalen Vereinen und Verbänden mit agrartechnischem Bezug gut vernetzt. Durch die Kooperation des VDI mit der europäischen Gesellschaft der Agrartechniker (EurAgEng) und der internationalen Vereinigung der Agrartechniker (CIGR) sind die MEG-Mitglieder eng in die internationale Community eingebunden.

Rainer Sturm | pixelio.de

Wie engagiert sich der VDI?

Der Fachbereich MEG in der TLS unterstützt seine Mitglieder darin, die Entwicklungen in der Branche aktiv mitzugestalten. Vertreter aus Industrie und Wissenschaft, aus Verwaltung und landwirtschaftlicher Praxis sind in ihm eng vernetzt.

Gemeinsam mit der EuAgEng veranstaltet die MEG jährlich die internationale Fachtagung LAND.TECHNIK, die sich in den vergangenen Jahren zum weltweit beachteten Branchentreff entwickelte. Die Tagung wird von den Experten des Fachbereichs inhaltlich vorbereitet.

2016 fand die Tagung bereits zum 74. Mal statt. Im Zentrum standen die Mensch-Maschine-Interaktion, Automatisierung und Neuerungen bei mobilen Arbeitsmaschinen sowie die Weiterentwicklungen im Bereich der Antriebstechnik und das Datenmanagement. Darüber hinaus organisiert der Fachbereich MEG gemeinsam mit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e. V. (DLG) jedes Jahr die Fachtagung LAND.TECHNIK FÜR PROFIS. Die 15. Fachtagung zu Beginn 2016 besuchten 270 Experten aus Wissenschaft und Landmaschinenindustrie, Vertreter der Pflanzenschutzmittelhersteller sowie Profi - landwirte. Im Mittelpunkt stand das Thema moderner Pflanzenschutz. Die Experten haben die aktuellen Anforderungen im Pflanzenschutz sowie die neuesten Entwicklungen bei der Geräte- und Applikationstechnik diskutiert.

Zum Thema Pflanzenschutz befragte der Fachbereich MEG 2016 auch seine Mitglieder. „Digitalisierung und verbesserte Sensorik werden die Technikentwicklung im Pflanzenschutz vorantreiben“, fasst Prof. Peter Pickel, Vorsitzender des Fachbereichs MEG und Deputy Director des John Deere European Technology Innovation Center, die Einschätzungen der Mitglieder zusammen. 

Große Aufmerksamkeit wird der Förderung des Nachwuchses gewidmet. Jährlich werden zwei eintägige Nachwuchsförderungstagungen in renommierten Unternehmen der Landmaschinenbranche angeboten. Hier können sich Studierende höherer Semester über Tätigkeitsfelder informieren, die sich ihnen nach dem Abschluss ihres Studiums eröffnen. Mit dem Max-Eyth- Nachwuchsförderungspreis möchte der Fachbereich Studierende und Absolventen den Berufseinstieg erleichtern. Für ihre herausragende agrartechnische Abschlussarbeiten haben den Preis 2016 Martin Becker, Florian Schramm, Florian Eckert und Maximilian Springer erhalten. Zum ersten Mal konnten die Preisträger ihre Ergebnisse auf der Tagung LAND.TECHNIK einem breiten Fachpublikum vorstellen.

Der Fachausschuss Forschung und Lehre des Fachbereichs MEG gibt in einer eigenen Schriftenreihe Dissertationen und Habilitationen heraus. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf der landwirtschaftlichen Verfahrenstechnik und der anwendungsorientierten Agrartechnik. Mittlerweile stehen über 500 agrartechnische Promo tionen für Recherchezwecke auch online zur Verfügung.

www.vdi.de/meg

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